KRABATHOR

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"Only Death is welcome..." + "Cool Mortification"
Re-release der beiden Kultscheiben. V: 18.11.99

Es gibt im Death Metal-Bereich kaum eine andere Band, die dermaen kompromilos und rootsverbunden zu Werke geht wie die Tschechen KRABATHOR. Okay, da sind auch noch Bolt Thrower. Aber selbst die musikalisch arg konservativen Briten haben in ihrer Karriere mehr stilistische Vernderungen durchlaufen als das Trio aus Osteuropa. Bei KRABATHOR gibt es eigentlich nur eine Art von Vernderung: Sie werden von Platte zu Platte immer besser!

 Die Verffentlichung des letzten Longplayers "Orthodox" liegt allerdings auch schon wieder gut anderthalb Jahre zurck. Grund genug sich mit Snger/Gitarrist Christopher in Verbindung zu setzen, um den aktuellen Stand der Dinge zu erfragen. Das nchste Album ist doch sicher schon in Arbeit, wenn nicht sogar bereits fertig aufgenommen!?

"Wir hatten in letzter Zeit verdammt viel um die Ohren und haben deswegen leider noch nicht die Zeit gefunden, um neue Songs zu schreiben.", lautet die etwas berraschende Antwort. "Aber wir arbeiten daran und hoffen, da wir im Winter ins Studio gehen knnen. Die fertige Platte wird dann irgendwann im Laufe des nchsten Jahres erscheinen. Ich habe bereits einige grobe Ideen fr die Songs und vier fertige Texte. Mehr kann ich dazu im Moment noch nicht sagen. In der Zwischenzeit werden wir aber, wenn alles glatt geht, zwei CDs mit lterem Material ber Morbid Records wiederverffentlichen."

krbt-bd1.jpg (7055 bytes)Da ihr gerade in der Songwritingphase seid: Was knnen wir vom neuen Material erwarten? Wird es irgendwelche musikalischen Vernderungen geben?

"Nein, es wird nach wie vor purer Death Metal sein.", beruhigt Christopher alle eingefleischten Fans. "Wir haben zwar vor, eventuell ein paar neue Ideen einflieen zu lassen, aber da ist noch nichts spruchreif. Nur soviel: Die Songs werden nach wie vor extrem brutal und verdammt aggressiv ausfallen."

Habt ihr eigentlich jemals ernsthaft in Betracht gezogen, euren Stil grundlegend zu verndern? Vielleicht indem ihr wie so viele andere Bands, mehr mit Melodien arbeitet?

"Niemals! Dazu mgen wir das, was wir tun einfach viel zu sehr. Wir lieben nun mal die pure, rohe Energie dieser Musik. Fr uns wird das auch keineswegs langweilig, da man trotzdem immer wieder neue Ideen einbringen kann, ohne den Stil gleich komplett umzukrempeln. Wir fhlen uns also keineswegs limitiert."

khrabatb.jpg (52552 Byte)Wie gesagt ist seit dem Release von "Orthodox" eine Menge Wasser die Moldau hinab geflossen. Was habt ihr seitdem getan?

"Wir haben ein paar Einzelgigs gespielt und waren zusammen mit Malevolent Creation und Master auf Tour. Auerdem haben wir noch einige Auftritte auf Open Air-Festivals absolviert."

Ihr seid ohnehin eine sehr tourfreudige Band...

"Da hast du sicherlich recht. Wir sind sehr oft unterwegs, was manchmal aber auch stressig ist.", rumt Christopher mit dem Klischee vom sen und unbeschwerten Leben on the road auf. "Die Leute verstehen das meistens nicht, und es ist natrlich auch sehr wichtig, regelmig live prsent zu sein. Aber man mu dabei die richtige Balance finden. Wenn man zu oft live spielt, wird es irgendwann ermdend, was sich dann negativ auf die Stimmung innerhalb der Band auswirken kann."

Wenn ihr als Teil eines greren Packages unterwegs seid, wie zum Beispiel damals mit Cannibal Corpse und Impaled Nazarene, ist das oft mit negativen Begleiterscheinungen verbunden. Ihr mt sehr frh auf die Bhne, oftmals sind dann kaum Leute in der Halle, und der Sound ist meistens schlecht. Machen solche Gigs trotzdem Spa?

"Da KRABATHOR eine noch relative kleine Band sind, bleibt uns oft eben nichts anderes brig, als den Job des Openers zu bernehmen. Das ist aus den von dir genannten Grnden manchmal ziemlich beschissen. Andererseits ist das der Weg, den wir gehen mssen, um nach und nach bekannter zu werden. Mir ist es eigentlich grundstzlich auch egal, ob wir vor viel oder wenig Publikum spielen. Der Spafaktor bleibt der gleiche. Hauptsache ist, da eine Tour nicht zu lange dauert. Je weniger Gigs es sind, desto mehr Power knnen wir auf der Bhne rberbringen. Dauert eine Tour hingegen lnger, wird es gegen Ende zu sehr zur Routine."

Trotzdem ist das Touren insgesamt eine eher positive Angelegenheit fr die Tschechen.

"Wir hatten zwar ab und an ein paar Probleme mit Bands, mit denen wir auf persnlicher Ebene nicht klarkamen. Aber meistens war es sehr lustig. Insbesondere die Zeit mit Impaled Nazarene. Deren Frontmann Mika Luttinen ist komplett wahnsinnig und meistens sturzbesoffen. Das geht so weit, da er irgendwann einfach vom Stuhl fllt. Ein cooler Typ."

Weniger cool findet Christopher braunen Nazi-Abschaum. Demzufolge gab es auf "Orthodox" auch einen eindeutig betitelten Song namens Shit Comes Brown. Gibt es in Tschechien hnlich viele gehirnamputierte Hohlrben wie bei uns in Deutschland?

"Natrlich, diese Idioten gibt es leider berall. Trotzdem ist es hier anders als in Deutschland. Bei uns gibt es weniger Neonazis als vielmehr extreme Altkommunisten. Im Endeffekt luft aber beides auf das gleiche hinaus, da sich diese Leute in ihrer Denkweise kaum unterscheiden. Wir persnlich hatten bislang noch keine Probleme mit diesen Typen. Trotzdem stellt deren Denkweise eine Gefahr fr die ganze Welt dar. Unser Planet entwickelt sich sowieso immer beschissener. Nur noch Kriege, Verbrechen, Arbeitslosigkeit, Lug und Betrug. Keine Ahnung, wo das noch hinfhren soll..."

Das wei wohl keiner so genau. Reden wir also lieber noch ein bichen ber die Vergangenheit. Wie bist du damals eigentlich berhaupt zum Death Metal gekommen? War doch im Ostblock zu Zeiten des Kalten Krieges sicher nicht einfach, die entsprechenden Platten zu kriegen, oder?

"Es war schon schwierig, aber auch nicht unmglich. Es gab auch hier Leute, die irgendwie an die eine oder andere CD herangekommen waren, und die Sachen dann auf Tape berspielten. Auf diese Weise waren wir damals trotzdem im Besitz aller wichtigen Death Metal-Scheiben. Unsere Regierung sah das brigens gar nicht so gerne. Diese Art von Musik zu hren war damals absolut verpnt und halbwegs illegal."

Und wie sieht es heutzutage aus? Was tut sich in der tschechischen Death Metal-Szene?

"Es gibt hier verdammt viele groartige Bands, die erstklassige Songs schreiben. Zum Beispiel Scabbard und Pandemia, um nur zwei Namen zu nennen. Death Metal ist bei uns immer noch sehr angesagt, und es werden eine Menge CDs und Demos verffentlicht. Allerdings gibt es in letzter Zeit auch vermehrt Black Metal-Bands bei uns."

Andreas Stappert

 

KRABATHOR BACKPROGRAM:

"ORTHODOX"
4th killer album, czech's famous Death Metal band, Limited Pic-LP!

CD - 22,00 DM
Pic-LP - 18,00DM

SPV 084 - 12852 CD
V: 30.03.98

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"Lies" CD SPV 084 - 12542 CD

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"Mortal Memories" MCD SPV 076 - 12762 MCD

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